WAS ist der Wert einer „DREG-LATSCHN“ (Wasserpfütze mit direktem Erdkontakt)?

Die Frage lautet hier: „Was ist der Wert…“ und nicht: „Wie hoch ist der Wert…“, denn das würde bereits nach monetärer Bewertung klingen.

So eine einfache, unscheinbare und in früherer Zeit allgegenwärtige „Dreg-Latschn“ hat im Ökosystem der Natur eine große Bedeutung. Sie ist sehr wertvoll, hat aber keinen Preis. Ganz so, wie Wolfgang Ambros in seinem Lied singt „…net alles, was an Wert hat, muass a an Preis hab´n, aber mach des amal wem klar…“.

Also was macht den Wert so einer „Dreg-Latschn“ aus?

  • Für unzählige Vögel und Insekten ist sie lebensnotwendige Tränke.
  • Viele heimische Vogelarten brauchen sie zum Nestbau, denn ohne feuchte Erde können z.B. Rauchschwalben, Mehlschwalben, Singdrosseln, Wacholder- und Misteldrosseln sowie Amseln keine Nester zum Aufziehen ihrer Jungen bauen.
  • Auch brauchen viele Insektenarten leicht verfügbare, feuchte Erde zum Verschließen ihrer Brutröhren.
  • Für viele verschiedene Insektenarten sind flache, stille Gewässer natürlicher Lebensraum für ihre Larvenstadien.
  • Bereits etwas größere und tiefere „Latschn“ können als Laichgewässer für Amphibien (Frösche, Kröten, Unken,…) dienen.
  • Zu guter Letzt darf auch noch die wertvolle Erfahrung kleiner Kinder mit so einer richtigen „Dreg-Latschn“ erwähnt werden.

Daraus können wir sehen, dass so etwas scheinbar Unbedeutendes, wie eine „Dreg-Latschn“ in der Natur einen enormen Wert und erfreulicher Weise (noch) keinen Preis hat. Es hat jedoch das Verschwinden all dieser Pfützen, Tümpel, Weiher und anderen kleinen, stillen Gewässer aus unserer überstrapazierten Kulturlandschaft einen sehr hohen Preis – nämlich den, als gewichtigen Beitrag zum Artensterben in der Natur. Auch in vielen privaten Gärten gibt es kaum noch eine natürliche, lebendige Pfütze, dafür unzählige Pools, welche aufwändige Pflege und jede Menge Chemie abverlangen. Natürlich dürfen wir Menschen uns auf dieser Welt auch etwas gönnen und leisten, sofern es im Einklang mit dem großen Ganzen steht. Dieses hier angeführte Beispiel soll einmal mehr aufzeigen, wie durch unser häufig kurzsichtiges und egobezogenes Verhalten das gesunde Maß verloren gegangen ist und damit die sensiblen Gleichgewichtszustände in der Natur und somit im Über-Lebensraum von allem Lebendigem (Pflanze, Tier, Mensch) massiv negativ-nachhaltig durcheinandergebracht wurden. Dabei ist es so einfach bei ein bisschen gutem Willen, noch vorhandenen geeigneten Lebensraum zu erhalten und in der weiteren Folge Lebensraum zurückzugeben. Bemühen wir uns doch, in der Natur nicht noch mehr einzuebnen, zu planieren und schütten und betonieren wir nicht noch mehr an Lebendigkeit zu.

Geben wir also unseren Mitgeschöpfen den Lebensraum „Dreg-Latschn“ wieder zurück und lassen wir die „Latschn“ leben.

 

Danke, dass du mit mir durch diese „Dreg-Latschn“ gegangen bist!

(LRN)


Fotografiert von lebensraum:natur