Die Streuobstwiese

„Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren, der zweitbeste ist heute!“

Daraus lässt sich ableiten, dass das Thema „Streuobstwiese“ etliche Menschengenerationen übergreifend betrachtet werden muss. Jugendstadium, jahrzehntelanges Ertragsstadium und Altersstadium von Obstbäumen sind gleichermaßen wichtig, daher ist es schmerzhaft, wenn so oft große, gesunde und auch alte Obstbäume gefällt werden. Das Ökosystem einer klassischen Streuobstwiese mit unterschiedlicher Altersstruktur der Bäume weist eine derart hohe Biodiversität auf, dass man sie mit jener eines Regenwaldes vergleichen kann. Dies klingt schier utopisch, dennoch ist das Streuobstwiesen-Ökosystem, welches durch den menschlichen Einfluss über lange Zeit hinweg sich entwickelt hat, ein wahres Paradies in erster Linie für unzählige Tierarten (bis zu 5.000!). Wenn noch dazu entweder in der Streuobstwiese selber oder in unmittelbarer Nähe über einen längeren Zeitraum ein reichhaltiges, biodiverses Blühangebot besteht und hin und wieder eine offene Bodenstelle zum Nisten für Insekten gegeben ist, so lässt sich die hohe Biodiversität nachvollziehen. Ganz wesentlich ist ein entsprechender Anteil an tatsächlich alten oder bereits sehr alten hohen Obstbäumen. Gerade wenn diese hohle Stämme oder Äste aufweisen, sind sie besonders wertvoll.

Neben dieser hohen ökologischen Bedeutung erfreuen blühende, große Obstbäume auch uns Menschen im Herzen und prägen das Landschaftsbild. Nicht nur im Frühling, sondern das ganze Jahr über verleihen sie der Landschaft eine besondere Note und verdienen daher eine echte Wertschätzung und Achtung. Auch das vielfältige Obst, welches für uns Menschen und für die Tierwelt zur Verfügung steht, selbst wenn es nicht intensiv verwertet wird, ist ein unschätzbarer Reichtum.

Natürlich bedarf eine Streuobstwiese einer entsprechenden Pflege und Betreuung. Das Baumschneiden und die Obsternte (besonders das Klauben) kann schon das „menschliche Kreuz“ beanspruchen. Wir dürfen eine wertvolle Streuobstwiese aber niemals ausschließlich nach ihrem monetären Ertrag bewerten, sondern sie in ihrer Gesamtheit betrachten. Streuobstwiesen sind ein elementarer Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Natur und auch zum Bewahren von alten, wertvollen Obstsorten.

Geben wir der Streuobstwiese durch den Erhalt bestehender und auch durch die Neuanlage von Hochstamm-Baumgärten wieder eine Chance, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder sich daran erfreuen können. Dann darf es heißen: „Die Streuobstwiese kehrt zurück – das ist für uns ein großes Glück!“

In diesem Sinne, ein „Hoch“ auf die Streuobstwiese!

 

Weiterführende Informationen:

www.arge-streuobst.at

www.wildbienengarten.com

 

Die Streuobstwiese kehrt zurück,
da haben wir ein großes Glück
und Hans der STREUOBSTWIESEN – MEISTER
weckt in uns die Streuobstwiesen – Geister.